Die Wahl zur Kirche des Jahres 2011 durch die Stiftung KiBa (Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland) ist erfolgt.

Die Siethener Dorfkirche konnte von den zwanzig vorgeschlagenen Kirchen aus ganz Deutschland den 4. Platz belegen.  

Die Siethener Gemeindemitglieder, der Gemeindekirchenrat sowie die Mitglieder des Förderverein bedanken sich ganz herzlich bei allen, die bei diesem Wettbewerb für die Siethener Kirche gestimmt haben. Wir freuen uns über die gute Platzierung und sehen es als Anerkennung für das große bürgerschaftliche Engagement zugunsten der Siethener Kirche.

Der Festgottesdienst anlässlich der Wiedereinweihung der Siethener Dorfkirche fand am 1. Advent 2011 mit der Superintendentin K. Furian und Pfarrer P. Collatz sowie musikalischer Umrahmung durch den Blankenfelder Posaunenchor statt. Anschließend wurde mit einem Glas Sekt sowie Kaffee und Kuchen der gelungene Abschluss der Bauarbeiten gefeiert.


Einige Informationen zur Siethener Kirche:
 

 

Die sehenswerte Feldsteinkirche, deren Anfänge bis in das 13./14. Jahrhundert zurückgehen, ist als Quaderbau aus märkischen Findlingen errichtet worden. 1375 erstmals erwähnt, ist die Siethener Kirche in ihrer Grundsubstanz romanisch. Im Verlauf der Jahrhunderte hat sie verschiedene Umbauten erfahren. An das Kirchenschiff baute man einen Turm, der im unteren Teil aus den gleichen Findlingen besteht wie die Kirche selbst. Der obere hölzerne Turmteil wurde im 18. Jahrhundert durch Mauersteine ersetzt. Im Jahre 1909 erhielt der Turm seine jetzige Gestalt. Die letzte Renovierung erfolgte 2010/11. Das Jahr 2010 ist auf der Wetterfahne festgehalten.


ALTAR

Der Renaissance-Altar, gestiftet von den Familien von Stüsseln und von der Groeben, ist im Jahre 1616 gearbeitet und fertiggestellt worden. Sein ornamentaler Reichtum und der aufwendige architektonische Aufbau lassen Gemälde und Skulpturen in den Hintergrund treten. Die Gemälde weisen eine typisch reformatorische Anordnung auf. Abendmahl, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt folgen aufeinander. Johanna von Scharnhorst (geb. Gräfin von Schlabrendorff), die vor der Kirche begraben liegt, ließ diesen Altar aus der Kirche entfernen. Ihrer Meinung nach passte er nicht in eine protestantische Kirche - weil er dafür vielleicht zu „überladen“ ist - und nahm zuviel Raum ein, denn damals gab es die Apsis noch nicht. Der Altar ragte weit in das Kirchenschiff hinein, so dass es für religiöse Handlungen wie Abendmahl, Taufe und Hochzeiten nicht genügend Platz gab. Kirchenpatron Dr. Gottfried v. Badewitz ließ 1914/1915, im Zuge der Kirchenrenovierung, die Apsis anbauen und den Renaissance-Altar wieder aufstellen. Dieser stand nun eingepasst und etwas nach hinten versetzt, gewissermaßen ummantelt von dem Neubau.

TAUFENGEL

Der Taufengel über der Kanzel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich schwebte der Engel hoch oben im Kirchenschiff. Bei Taufen ließ man ihn an einem Seilzug herab und er bekam eine silberne Taufschale in die Hände geschoben. Seit 1914/15 nimmt der Taufengel einen sicheren Platz über der Kanzel ein. Es gibt „im Teltow“ nur noch zwei Barockengel. Für die Taufen wurde nun ein Taufstein gestiftet, welcher den schwebenden Engel ablöste.

















WAPPENSCHILDE

Besonderheiten in der Kirche sind auch die Wappenschilde. An der Wiederherstellung
der sehr malerischen, aber zum Teil verblassten und unscheinbar gewordenen Wappen, hatten großen Anteil Johanna von Scharnhorst und ihre Schwägerin Agnes von Schlabrendorff, „die sich dieser mühevollen und Jahr und Tag in Anspruch nehmenden Arbeit unterzogen“ (Fontane). Ihrem Ursprung nach stellen sie eine sogenannte Ahnenprobe des Wichmann Heinrich von Schlabrendorff dar, des früheren Besitzers von „Syten“. Aus den Kirchenbüchern geht hervor, dass Wichmann Heinrich v. Schlabrendorff 1663 verstarb und in der Kirche beigesetzt wurde. Denkbar, dass er - neben anderen - in einer der beiden Grüfte ruht, die man bei den Restaurierungsarbeiten 1993 in der Kirche entdeckte. An der Patronatsloge befindet sich das Wappen der Familie von Badewitz.

KIRCHTURMUHR

Die Kirchturmuhr stammt aus dem Jahre 1724. Im Zuge der großen Renovierung 2011 wurden Zifferblatt und (nun elektrische) Uhr ersetzt. Das alte, seit Jahren nicht mehr funktionstüchtige Uhrwerk, liegt noch in den Räumen des TABEA-Hauses (milde Stiftung).

GLOCKEN

Das etwa 550 Jahre währende gemeinsame Patronat über Gröben und Siethen macht die beiden Dorfkirchen zu Schwesterkirchen. Ebenso verhält es sich mit den Glocken. In Siethen hängen die „männlichen“ Glocken, in Gröben die „weiblichen“. Die Glocken wurden 1920 vom damaligen Kirchenpatron beider Kirchen, Dr. Gottfried von Badewitz gestiftet. Denn, die aus dem Jahr 1553 stammenden alten Glocken hatte der Kirchenpatron im Ersten Weltkrieg abgeben müssen: zur Einschmelzung. Die neuen Glocken ließ er 1920 weihen. Sie tragen Namen und Inschriften:

1. „Hermann“ - die größte und in der Mitte platzierte Glocke - benannt nach dem ersten Kirchenpatron der Familie Badewitz. Sie wiegt 721 kg. Inschrift: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg.“ Die passende Glocke dazu in Gröben heißt „Hedwig“ nach seiner Frau, geb. Reissner, die Stifterin unserer Orgel.

2. „Gottfried“ - die mittelgroße südlich hängende Glocke und wurde benannt nach Hermanns Sohn, dem Stifter des Geläuts. Sie wiegt 418 kg. Inschrift: „Ich weiss, an wen ich glaube.“ Die dazugehörige Glocke in Gröben heißt „Johanna“ nach seiner Ehefrau.

3. „Werner“ - die mit 335 kg kleinste und nördlich hängende Glocke sollte dem künftigen Kirchenpatron „den Weg weisen“: Inschrift: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Da Werner v. Badewitz zum Zeitpunkt der Glockenstiftung unverheiratet war, hängt in Gröben als Glocke seine Schwester „Irmgard“.

Im Zuge der großen Renovierung der Kirche außen samt Turmsanierung im Jahr 2011, konnte auch der Glockenstuhl saniert werden. Alle drei Glocken dürfen wieder erklingen, unterstützt durch ein elektrisches Geläut. Die große Glocke kann immer noch per Hand geläutet werden.

KANZEL

Die Kanzel mit dem Treppengeländer ist schön geschnitzt. Bei der Renovierung 1914/15 hat sich der Künstler dem 300 Jahre zuvor entstandenen Renaissance-Altar stilistisch angenähert. In der Mitte der Kanzel befindet sich die Christusfigur: Die Wundmale sind deutlich zu sehen. Der Auferstandene ist in ein leichtes Gewand gekleidet, mit einem Faltenwurf ähnlich wie bei dem Bildhauer Thorwaldsen. Darunter steht: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ (Joh. 6,68)

Links: Paulus, dargestellt mit Schwert. Darunter: „Und nehmet das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.“ (Eph. 6, 17) Rechts: Moses mit Gesetzestafel und, wie häufig in der Ikonographie, dargestellt mit zwei Hörnern, welche die Weisheit symbolisieren. Darunter: „So gehe nun hin, ich will mit Deinem Munde sein und Dich lehren was Du sagen sollst.“ (Mose 4,12)













ORGEL

1882 wurde die Schleifladenorgel von Orgelbaumeister Gesell aus Potsdam errichtet. Gestiftet wurde sie von Hedwig Badewitz, geb. Reissner, Ehefrau des Kirchenpatrons Hermann Badewitz, der die Güter Siethen und Gröben vier Jahre zuvor erworben hatte. Die Orgel kostete damals 1500 Reichsmark – ein kleines Vermögen. Sie umfasst 6 Register (dazu 1 Pedal) sowie 3 Koppeln und hat laut Kirchenmusikdirektor Kirchner 296 Pfeifen. Die Technik der Orgel ist heute stark renovierungsbedürftig. Der Aufwand einer Orgelrenovierung würde sich jedoch lohnen für die sprichwörtliche "Königin der Instrumente".

Nach Abschluss der Grundsanierung der Kirche will sich der Förderverein Siethener Dorfkirche e.V. um die Instandsetzung der Orgel besonders bemühen.   


In den Monaten Mai bis August ist die Kirche jeden Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt: Pfr. Peter Collatz 03378-804914 oder GKR-Vorsitz Gabi Felgentreu 03378-800556

Spenden für das Gemeindeleben bzw. für die weitere Renovierung von Ausstattungsstücken der Kirche in Siethen (Orgel, Altar) werden dankbar entgegen genommen über diese Verbindung:

KKVB Süd - Pfarrsprengel Ahrensdorf
Ev. Darlehnsgenossenschaft eG Berlin
BLZ 10060237
Konto 53180
Zweck: Kirchengemeinde Siethen > Verwendungswunsch <